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TEAM BAYERN – Lebensretter: Meilenstein von 1.000 Registrierungen in Rekordzeit erreicht

Generatives KI Bild / Google

Erfolgsbilanz nach wenigen Wochen im Einsatz

Nur rund sechs Wochen nach dem offiziellen Start der Ersthelfer-App „TEAM BAYERN – Lebensretter“ im Rettungsdienstbereich Würzburg wurde ein bedeutender Meilenstein erreicht: Die 1.000. Helferin hat sich erfolgreich im System registriert. Damit verfügt die Region über ein dichtes Netz an qualifizierten Freiwilligen, die im Ernstfall lebensrettende Minuten überbrücken können.

Der Zweckverband für Rettungsdienst und Feuerwehralarmierung (ZRF) Würzburg hatte das System am 11. Februar 2026, dem Europäischen Tag des Notrufs, in Betrieb genommen. Die App zielt darauf ab, die therapiefreie Zeit bei einem Herz-Kreislauf-Stillstand zu verkürzen, da der reguläre Rettungsdienst im Durchschnitt neun Minuten bis zum Einsatzort benötigt.

Erste Lebensrettung bereits dokumentiert

Die Relevanz des digitalen Netzwerks zeigte sich bereits kurz nach der Einführung in der Praxis. Bis Ende März 2026 löste die Integrierte Leitstelle (ILS) Würzburg in 58 Fällen einen Alarm über die App aus. In neun dieser Fälle konnten registrierte Ersthelfer in unmittelbarer Nähe des Notfallortes geortet und gezielt zum Patienten geleitet werden.

Ein besonders herausragender Einsatz ereignete sich am 19. März 2026 in der Würzburger Altstadt. Dort führten zwei alarmierte Ersthelfer – ein Notfallsanitäter und ein angehender Medizinstudent – bereits vier Minuten nach dem Notruf erste Wiederbelebungsmaßnahmen durch. Unterstützt durch einen weiteren Helfer mit einem Defibrillator konnte der Patient erfolgreich reanimiert und stabil an den Rettungsdienst übergeben werden.

Funktionsweise und Voraussetzungen für Helfer

Das System alarmiert bei einem Verdacht auf Herzstillstand automatisch Freiwillige in einem Umkreis von etwa 400 Metern um den Notfallort. Während ein Teil der Helfer direkt zum Patienten gelotst wird, führt die App andere zum nächstgelegenen öffentlich zugänglichen Defibrillator. Ein integriertes Metronom unterstützt die Helfer vor Ort dabei, den korrekten Rhythmus für die Herzdruckmassage einzuhalten.

Um Teil des Netzwerks zu werden, müssen Freiwillige mindestens 18 Jahre alt sein und über aktuelle Kenntnisse in der Herz-Lungen-Wiederbelebung verfügen. Dies kann durch einen Erste-Hilfe-Kurs im Umfang von mindestens neun Unterrichtseinheiten oder eine berufliche Qualifikation im Rettungsdienst, der Pflege oder bei der Feuerwehr nachgewiesen werden. Eine offizielle Legitimation ist für die Freischaltung zwingend erforderlich.

Starkes Netzwerk für die Region

Hinter dem Projekt steht eine breite Allianz aus Rettungsorganisationen, Kliniken und Feuerwehren der Landkreise Würzburg, Kitzingen und Main-Spessart sowie der Stadt Würzburg. Christine Haupt-Kreutzer, Vorsitzende des ZRF, betonte die Bedeutung jeder einzelnen Registrierung: Je dichter das Helfernetzwerk gewebt ist, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass qualifizierte Hilfe bereits in den ersten kritischen Minuten eintrifft.

Interessierte Bürgerinnen und Bürger können sich weiterhin über die App registrieren. Die Berechtigungen für die Teilnahme am System werden in der Regel für einen Zeitraum von zwei Jahren erteilt und können anschließend verlängert werden.

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