Das Nachrichtenportal für den Rettungsdienst

Staatsexamen im Blick: Notfallsanitäter-Azubis trainieren Ernstfall in Cloppenburg

Generatives KI Bild / Google

Intensivtraining auf dem „Areal 51“

In Cloppenburg bereiten sich aktuell elf angehende Notfallsanitäter des DRK-Kreisverbandes intensiv auf ihre bevorstehenden staatlichen Prüfungen vor. Um eine möglichst realitätsnahe Vorbereitung auf den praktischen Teil des Staatsexamens zu gewährleisten, nutzt die Rettungsdienstschule das sogenannte „Areal 51“.

Dieses spezielle Übungsgelände am Alten Emsteker Weg bietet den Auszubildenden die Möglichkeit, komplexe Einsatzszenarien unter kontrollierten, aber dennoch fordernden Bedingungen zu trainieren. Das Areal ist so konzipiert, dass vielfältige Notfallsituationen – von Verkehrsunfällen bis hin zu technischen Hilfeleistungen – realgetreu nachgestellt werden können.

Komplexe Szenarien und medizinische Herausforderungen

Die Übungen umfassen ein breites Spektrum an medizinischen Notfällen. Ein typisches Szenario simuliert beispielsweise eine Explosion in einer Schweißerei, bei der die angehenden Retter mit schwersten Verletzungen konfrontiert werden. Dazu gehören unter anderem Amputationsverletzungen, Spannungspneumothorax, Verbrennungen und Barotraumata.

Besonderer Wert wird bei diesen Trainings auf das Zusammenspiel zwischen dem Rettungsdienstpersonal und dem Schockraum-Team des St.-Josefs-Hospitals gelegt. Die Azubis müssen lernen, unter Zeitdruck richtige Diagnosen zu stellen, lebensrettende Maßnahmen einzuleiten und die Kommunikation mit der Zielklinik professionell abzuwickeln.

Hohe Anforderungen in der Ausbildung

Die Ausbildung zum Notfallsanitäter ist die höchste nichtärztliche Qualifikation im deutschen Rettungswesen. Sie dauert insgesamt drei Jahre und umfasst 1.920 Stunden Theorie an einer Berufsfachschule, 1.960 Stunden praktische Ausbildung an einer Lehrrettungswache sowie 720 Stunden in verschiedenen Fachabteilungen eines Krankenhauses.

In Cloppenburg werden derzeit insgesamt 21 angehende Notfallsanitäter vom DRK ausgebildet. Die hohe Verantwortung und die psychische Belastung des Berufs erfordern eine fundierte Vorbereitung. Die Auszubildenden werden darauf trainiert, im Ernstfall eigenständig invasive Maßnahmen durchzuführen, die früher ausschließlich Ärzten vorbehalten waren.

Moderne Infrastruktur für die Retter von morgen

Der Standort Cloppenburg fungiert als zentraler Knotenpunkt für den Rettungsdienst in der Region. Die DRK-Rettungswache ist für ein Gebiet mit über 100.000 Einwohnern zuständig und verzeichnet im Durchschnitt etwa 40 Einsätze pro Tag. Um diesen Anforderungen gerecht zu werden, investieren DRK und der Landkreis kontinuierlich in die Ausbildung und die technische Ausstattung.

Das Übungsgelände beim Feuer- und Katastrophenschutzzentrum ermöglicht es den Kräften von Feuerwehr, THW und DRK, auch organisationsübergreifend zu trainieren. Dies ist entscheidend für den Erfolg bei realen Großschadenslagen, bei denen eine reibungslose Kooperation überlebenswichtig ist.

Weitere Artikel

Immer auf dem Laufenden

Erhalten Sie jeden Morgen die wichtigsten Nachrichten aus dem Rettungsdienst — kostenlos direkt in Ihr Postfach.

Kein Spam. Jederzeit abbestellbar. Datenschutz